Vom 17. bis 21. Mai 2026 fand in Maastricht die SETAC Europe 36th Annual Meeting statt. Die internationale Konferenz bringt jährlich Forschende aus den Bereichen Umwelttoxikologie, Umweltchemie, Risikobewertung und Nachhaltigkeit zusammen und bietet eine wichtige Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen in der ökotoxikologischen Forschung.
Auch unsere Arbeitsgruppe war mit einem Beitrag vertreten: Erik präsentierte ein Poster mit dem Titel „Determination of Immuno-Ecotoxicological Effects on the Ground Beetle Species Poecilus cupreus under Lab- and Landscape Conditions“.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie verschiedene Stressoren auf das Immunsystem von Laufkäfern wirken. Organismen in Agrar- und Offenlandökosystemen sind zunehmend mehreren Belastungen gleichzeitig ausgesetzt, etwa durch Klimawandel, Habitatfragmentierung, invasive Arten, Krankheitserreger sowie chemische Stoffe wie Pestizide oder Düngemittel. Solche Mehrfachbelastungen können die Stabilität von Ökosystemen beeinflussen, werden in der Bewertung von Umweltchemikalien bislang jedoch nur unzureichend berücksichtigt.
Das vorgestellte Projekt untersucht daher immuno-ökotoxikologische Effekte an der Laufkäferart Poecilus cupreus. Die Art ist ökologisch besonders interessant, da sie in vielen Lebensräumen vorkommt, gut untersucht ist und sich auch für Laborstudien eignet. Im Projekt werden im Labor gezüchtete Tiere gezielt mit immunstimulierenden oder immunsuppressiven Substanzen behandelt und anschließend mit immunologisch relevanten Signalen konfrontiert. Die Reaktionen des Immunsystems werden dann mithilfe von Transkriptom- und Proteomanalysen untersucht.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, die im Labor beobachteten Immunreaktionen mit dem Zustand freilebender Käfer aus unterschiedlichen Landschaftskontexten zu vergleichen. Langfristig soll so besser eingeschätzt werden können, wie stark einzelne Lebensräume immuno-ökotoxikologisch belastet sind und wie sich Laborbefunde auf reale Umweltbedingungen übertragen lassen.
